Warum verlassen Besucher
meine Handwerker-Webseite so schnell?
Wenn der Kunde schneller wieder weg ist,
als Sie „Herzlich willkommen“ sagen können
Donnerstagabend.
Ein Hauseigentümer sitzt auf dem Sofa.
Das Dach macht Probleme.
Also Smartphone raus.
Google öffnen.
„Dachdecker in meiner Nähe.“
Ein paar Ergebnisse erscheinen.
Klick.
Die Webseite eines Dachdeckers öffnet sich.
Der Kunde schaut.
Eine Sekunde.
Zwei Sekunden.
Drei Sekunden.
Dann:
Zurück zu Google.
Nächster Dachdecker.
Was ist passiert?
Der erste Betrieb hat möglicherweise gerade einen Auftrag verloren.
Nicht weil er schlechte Arbeit macht.
Nicht weil er zu teuer ist.
Nicht weil er keine Zeit hat.
Der Kunde weiß das alles noch gar nicht.
Er hat dem Betrieb überhaupt keine Chance gegeben.
Die Webseite hat ihn vorher verloren.
Und genau das passiert auf vielen Handwerker-Webseiten jeden Tag.
Der erste Eindruck entsteht verdammt schnell
Menschen sind ungeduldig.
Besonders im Internet.
Wer nach einem Handwerker sucht, möchte nicht erst eine Webseite studieren.
Er möchte möglichst schnell wissen:
Bin ich hier richtig?
Bietet dieser Betrieb meine gewünschte Leistung an?
Arbeitet er in meiner Region?
Wirkt der Betrieb seriös?
Kann ich ihm vertrauen?
Wie kann ich ihn erreichen?
Eine gute Webseite beantwortet möglichst viele dieser Fragen sehr früh.
Eine schlechte Webseite erzeugt neue Fragen.
Und Unsicherheit.
Dann passiert etwas Gefährliches:
Der Besucher drückt auf „Zurück“.
Und landet wieder bei Google.
Dort warten Ihre Konkurrenten.
Problem Nummer 1: Die Webseite lädt zu langsam
Klick.
Weiße Fläche.
Warten.
Das Logo erscheint.
Warten.
Ein riesiges Bild lädt.
Noch warten.
Der Besucher denkt:
„Was ist denn das für eine lahme Seite?“
Und weg.
Das klingt übertrieben.
Ist es aber nicht.
Menschen sind schnelle Webseiten gewohnt.
Google.
Amazon.
Nachrichtenportale.
Banking.
Apps.
Wenn eine Handwerker-Webseite ungewöhnlich langsam reagiert, fällt das auf.
Besonders auf dem Smartphone.
Große Bilder können eine Ursache sein.
Unnötige Skripte.
Videos.
Schlechte technische Umsetzung.
Langsames Hosting.
Zu viele Erweiterungen.
Eine Webseite muss nicht in Rekordzeit laden.
Aber sie sollte sich schnell anfühlen.
Denn der erste Eindruck beginnt bereits vor dem ersten gelesenen Satz.
Problem Nummer 2: Der Besucher sieht nicht sofort, worum es geht
Ganz oben steht:
„Herzlich willkommen.“
Darunter:
„Qualität aus Tradition.“
Dann ein Bild von einem Haus.
Und jetzt?
Ist das ein Maler?
Dachdecker?
Zimmerer?
Bauunternehmen?
Fensterbauer?
Der Besucher muss suchen.
Das ist schlecht.
Eine bessere Überschrift könnte beispielsweise lauten:
„Dachsanierung und Dachreparatur in Offenburg und Umgebung.“
Jetzt ist sofort klar:
Was?
Wo?
Der Besucher weiß:
„Hier könnte ich richtig sein.“
Und genau das möchten wir erreichen.
Problem Nummer 3: Die Webseite sieht auf dem Smartphone schlecht aus
Viele Handwerker betrachten ihre eigene Webseite hauptsächlich am Bürocomputer.
Großer Bildschirm.
Schnelles Internet.
Alles sieht ordentlich aus.
Der Kunde sitzt aber vielleicht im Auto.
Oder auf dem Sofa.
Oder auf der Baustelle.
Smartphone.
Und plötzlich sieht die gleiche Webseite völlig anders aus.
Winzige Schrift.
Menü kaum bedienbar.
Bilder abgeschnitten.
Buttons zu klein.
Telefonnummer nicht anklickbar.
Texte laufen über den Bildschirm.
Der Besucher muss mit zwei Fingern zoomen.
Willkommen im Jahr 2010.
Das macht heute kaum jemand lange mit.
Eine Handwerker-Webseite muss deshalb zuerst auch auf einem Smartphone funktionieren.
Nicht irgendwie.
Sondern richtig gut.
Problem Nummer 4: Oben befindet sich ein riesiges Bild – aber keine Aussage
Das Bild ist wunderschön.
Ein Haus bei Sonnenuntergang.
Perfekter Himmel.
Perfekter Garten.
Perfekte Familie.
Stockfoto.
Und der komplette Bildschirm ist voll.
Der Besucher scrollt.
Erst jetzt erfährt er, was der Handwerker überhaupt anbietet.
Das ist verschenkter Platz.
Der obere Bereich einer Webseite ist wertvoll.
Dort gehören möglichst schnell wichtige Informationen hin.
Zum Beispiel:
Welche Leistung?
Welche Region?
Welcher Vorteil?
Welche Kontaktmöglichkeit?
Ein schönes Bild darf natürlich dazugehören.
Aber ein schönes Bild allein verkauft keinen Auftrag.
Problem Nummer 5: Zu viel Text auf einmal
Jetzt das andere Extrem.
Der Besucher öffnet die Seite.
Und vor ihm steht eine Wand.
Text.
Text.
Text.
Noch mehr Text.
Keine Zwischenüberschrift.
Keine Bilder.
Keine Hervorhebungen.
Keine Absätze.
Der Kunde denkt:
„Das lese ich jetzt bestimmt nicht alles.“
Und das ist nachvollziehbar.
Gute Webseiten dürfen ausführlich sein.
Gerade für Google und für erklärungsbedürftige Leistungen können ausführliche Inhalte sehr sinnvoll sein.
Aber sie müssen lesbar sein.
Kurze Absätze.
Klare Zwischenüberschriften.
Bilder.
Aufzählungen.
Hervorgehobene Aussagen.
Fragen.
Beispiele.
Der Besucher sollte eine Seite zunächst überfliegen können.
Und dort hängen bleiben, wo es für ihn interessant wird.
Problem Nummer 6: Zu viel Fachchinesisch
„Ausführung gemäß DIN ... unter Berücksichtigung der entsprechenden bauphysikalischen Anforderungen mittels diffusionsoffenem Systemaufbau ...“
Vielleicht fachlich vollkommen korrekt.
Aber versteht der normale Hauseigentümer das?
Viele Kunden möchten zunächst einfache Antworten.
Was machen Sie?
Welchen Vorteil habe ich davon?
Wie läuft das ab?
Wie lange dauert es?
Was muss ich beachten?
Was kostet es ungefähr?
Fachkompetenz bedeutet nicht, möglichst kompliziert zu schreiben.
Im Gegenteil.
Wer komplizierte Dinge einfach erklären kann, wirkt häufig besonders kompetent.
Problem Nummer 7: Die Webseite wirkt unpersönlich
Logo.
Gebäude.
Werkzeug.
Maschinen.
Firmenwagen.
Produkte.
Aber kein einziger Mensch.
Der Besucher fragt sich:
„Wer kommt eigentlich zu mir nach Hause?“
Gerade im Handwerk ist das wichtig.
Ein Kunde lässt fremde Menschen in sein Haus.
In sein Badezimmer.
In seinen Keller.
Auf sein Grundstück.
Vielleicht mehrere Tage oder Wochen.
Deshalb können echte Mitarbeiterbilder enorm wertvoll sein.
Der Chef.
Der Meister.
Das Team.
Die Monteure.
Nicht jeder muss wie ein Fotomodell aussehen.
Darum geht es überhaupt nicht.
Echt schlägt perfekt.
Problem Nummer 8: Es fehlen Beweise
„Wir arbeiten zuverlässig.“
„Wir bieten höchste Qualität.“
„Kundenzufriedenheit steht bei uns an erster Stelle.“
Das klingt gut.
Aber woher soll der Kunde wissen, ob es stimmt?
Zeigen Sie es.
Kundenbewertungen.
Referenzprojekte.
Vorher-Nachher-Bilder.
Projektbeschreibungen.
Zertifikate.
Meisterbetrieb.
Erfahrung.
Fotos ausgeführter Arbeiten.
Eine Behauptung sagt:
„Wir sind gut.“
Eine Referenz zeigt:
„Das haben wir gemacht.“
Das ist ein großer Unterschied.
Problem Nummer 9: Die Webseite sieht veraltet aus
Eine Webseite muss nicht jedes Jahr neu gebaut werden.
Aber sie sollte gepflegt wirken.
Problematisch wird es, wenn Besucher Dinge sehen wie:
„Aktuelles – Weihnachtsurlaub 2019“
oder:
„Unsere neue Webseite ist online!“
Datum:
Dazu alte Bilder.
Veraltete Mitarbeiter.
Eine nicht mehr aktuelle Telefonnummer.
Ein Firmenlogo in schlechter Qualität.
Vielleicht sogar Leistungen, die der Betrieb längst nicht mehr anbietet.
Der Kunde beginnt sich zu fragen:
„Gibt es die überhaupt noch richtig?“
Eine veraltete Webseite kann unbewusst auf den gesamten Betrieb abstrahlen.
Problem Nummer 10: Die Navigation ist zu kompliziert
Startseite.
Unternehmen.
Unternehmen 2.
Philosophie.
Kompetenzen.
Leistungsspektrum.
Produktwelten.
Servicecenter.
Informationen.
Sonstiges.
Downloadbereich.
Der Kunde möchte eigentlich nur wissen:
„Macht ihr mein Badezimmer?“
Eine Navigation sollte helfen.
Nicht beschäftigen.
Für viele Handwerker-Webseiten reichen klare Begriffe:
Leistungen
Referenzen
Über uns
Ratgeber
Kontakt
Vielleicht ergänzt um besonders wichtige Leistungsbereiche.
Der Besucher sollte nicht überlegen müssen, welcher Menüpunkt wohl die gesuchte Information enthält.
Problem Nummer 11: Die Telefonnummer ist nicht sichtbar
Der Besucher ist überzeugt.
Er möchte anrufen.
Jetzt beginnt die Suche.
Oben nichts.
Unten nichts.
Kontaktseite öffnen.
Scrollen.
Da ist sie.
Das klingt nach einer Kleinigkeit.
Aber warum macht man es einem potenziellen Kunden unnötig schwer?
Gerade auf Smartphones sollte die Telefonnummer gut sichtbar und direkt anklickbar sein.
Ein Fingertipp.
Telefon klingelt.
So einfach darf Kundengewinnung manchmal sein.
Problem Nummer 12: Der Kunde weiß nicht, ob der Betrieb zu ihm fährt
Ein Kunde aus Lahr findet einen Handwerker.
Die Webseite gefällt ihm.
Aber wo arbeitet der Betrieb eigentlich?
Nur am Firmensitz?
20 Kilometer Umkreis?
50 Kilometer?
Gesamter Ortenaukreis?
Ganz Baden-Württemberg?
Keine Ahnung.
Der Kunde könnte natürlich anrufen und fragen.
Aber vielleicht macht er das nicht.
Vielleicht geht er einfach zum nächsten Anbieter.
Deshalb sollte das Einsatzgebiet klar erkennbar sein.
Zum Beispiel:
„Wir sind für unsere Kunden in Lahr, Offenburg, Haslach und im gesamten Ortenaukreis unterwegs.“
Schon ist eine weitere Unsicherheit beseitigt.
Problem Nummer 13: Es fehlt ein klarer nächster Schritt
Der Besucher liest die Seite.
Gefällt ihm.
Scrollt weiter.
Noch ein Projekt.
Noch eine Bewertung.
Und dann kommt das Ende.
Impressum.
Datenschutz.
Fertig.
Was jetzt?
Eine gute Webseite führt den Besucher weiter.
Zum Beispiel:
„Sie planen ein ähnliches Projekt?“
„Dann sprechen Sie mit uns.“
Darunter:
Projekt anfragen
oder:
Jetzt anrufen
oder:
Rückruf vereinbaren
Der Besucher sollte nicht überlegen müssen, was er als Nächstes tun soll.
Problem Nummer 14: Überall blinkt und bewegt sich etwas
Auch das gibt es.
Text fliegt herein.
Bilder bewegen sich.
Ein Chatfenster öffnet sich.
Dann erscheint ein Cookie-Banner.
Danach ein Newsletter-Popup.
Oben läuft ein Slider.
Unten blinkt WhatsApp.
Der Besucher wollte eigentlich nur einen Elektriker.
Jetzt fühlt er sich wie auf einem Jahrmarkt.
Animationen können gut aussehen.
Aber sie sollten einen Zweck haben.
Eine Handwerker-Webseite muss nicht beeindrucken wie ein Computerspiel.
Sie muss Vertrauen schaffen und Orientierung geben.
Problem Nummer 15: Der Kunde erkennt sich auf der Webseite nicht wieder
Das ist vielleicht einer der wichtigsten Punkte.
Ein Besucher bleibt auf einer Webseite, wenn er denkt:
„Hier geht es um mein Problem.“
Der Hauseigentümer mit einer alten Heizung möchte etwas über alte Heizungen lesen.
Der Kunde mit einem undichten Dach möchte Dachprobleme sehen.
Der Interessent für eine Badsanierung möchte Badezimmer sehen.
Und jemand mit einer verwitterten Fassade möchte wissen, wie eine Fassadensanierung abläuft.
Je genauer die Webseite das Problem des Besuchers trifft, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er bleibt.
Deshalb funktionieren spezielle Leistungsseiten und Landingpages häufig so gut.
Sie sagen:
„Genau für Ihr Problem sind wir da.“
Machen Sie den 10-Sekunden-Test
Jetzt kommt ein einfacher Test.
Öffnen Sie Ihre Webseite auf Ihrem Smartphone.
Nicht am großen Bürocomputer.
Auf dem Handy.
Schauen Sie zehn Sekunden darauf.
Und beantworten Sie anschließend:
Was bietet der Betrieb an?
In welcher Region arbeitet er?
Warum sollte ich ihm vertrauen?
Welche Arbeit kann ich sehen?
Wo kann ich anrufen?
Was soll ich als Nächstes tun?
Wenn Sie selbst lange suchen müssen, wird es einem fremden Besucher kaum besser gehen.
Schauen Sie Ihre Webseite einmal mit fremden Augen an
Das ist schwieriger, als es klingt.
Sie kennen Ihren Betrieb.
Sie kennen Ihre Leistungen.
Sie kennen Ihre Mitarbeiter.
Sie wissen, wo die Telefonnummer steht.
Sie wissen, welche Regionen Sie bedienen.
Der Besucher weiß davon:
Nichts.
Er sieht Ihre Webseite zum ersten Mal.
Und möglicherweise gleichzeitig die Webseiten von vier Konkurrenten.
Deshalb zählt nicht, ob Sie Ihre Webseite verstehen.
Entscheidend ist:
Versteht ein fremder Kunde sie sofort?
Eine hohe Absprungrate ist nicht immer das eigentliche Problem
Ein wichtiger Hinweis:
Nicht jeder Besucher, der eine Webseite schnell verlässt, ist automatisch verloren.
Vielleicht wollte jemand nur die Telefonnummer wissen.
Er findet sie sofort.
Ruft an.
Und schließt die Webseite.
Perfekt.
Deshalb sollte man nicht nur auf eine einzelne Statistik schauen.
Wichtiger ist das Gesamtbild:
Kommen Anrufe?
Kommen Kontaktanfragen?
Werden wichtige Seiten besucht?
Klicken Menschen auf Telefonnummern?
Werden Formulare abgeschickt?
Entstehen daraus Aufträge?
Eine Webseite soll nicht möglichst lange angeschaut werden.
Sie soll ihre Aufgabe erfüllen.
Geben Sie dem Besucher einen Grund zu bleiben
Ein Besucher bleibt nicht auf Ihrer Webseite, weil Sie das möchten.
Er bleibt, wenn die Seite für ihn interessant ist.
Wenn sie sein Problem versteht.
Wenn sie Antworten liefert.
Wenn sie Vertrauen schafft.
Wenn sie echte Arbeiten zeigt.
Wenn sie leicht zu bedienen ist.
Und wenn er das Gefühl bekommt:
„Dieser Betrieb könnte der richtige für mich sein.“
Dafür braucht es keine spektakuläre Webseite.
Es braucht eine Webseite, die ihre Aufgabe versteht.
Manchmal entscheiden fünf Sekunden über einen Auftrag
Zurück zum Hauseigentümer vom Anfang.
Smartphone.
Google.
„Dachdecker in meiner Nähe.“
Klick.
Jetzt öffnet sich Ihre Webseite.
Sie lädt schnell.
Oben steht:
„Dachsanierung und Dachreparatur in Offenburg und Umgebung.“
Darunter sieht er ein echtes saniertes Dach.
Eine Bewertung.
25 Jahre Erfahrung.
Und einen deutlich sichtbaren Button:
„Dachprojekt unverbindlich anfragen.“
Der Besucher scrollt weiter.
Er sieht Referenzen.
Vorher-Nachher-Bilder.
Mitarbeiter.
Antworten auf seine Fragen.
Jetzt passiert etwas Entscheidendes.
Er drückt nicht auf:
„Zurück.“
Er drückt auf:
„Anfragen.“
Und genau darum geht es.
Nicht jeden Besucher möglichst lange festzuhalten.
Sondern dem richtigen Besucher möglichst schnell das Gefühl zu geben:
„Hier bin ich richtig.“