Wie messe ich, ob meine Handwerker-Webseite
wirklich Kunden bringt?
Warum Besucherzahlen nett sind –
aber Anfragen, Aufträge und Umsatz viel spannender
Dienstagmorgen.
Der Chef sitzt im Büro.
Kaffee links.
Handy rechts.
Auf dem Bildschirm läuft irgendeine Statistik.
1.842 Besucher.
Klingt gut.
Oder?
Er lehnt sich zurück.
„Unsere Webseite läuft.“
Dann schaut er ins E-Mail-Postfach.
Keine neue Anfrage.
Telefon?
Still.
Kontaktformular?
Nichts.
Jetzt wird es interessant.
Denn eine Webseite kann viele Besucher haben und trotzdem kaum einen einzigen Kunden bringen.
Und genau hier beginnt eines der größten Missverständnisse im Online-Marketing:
Viele Besucher bedeuten noch lange nicht viele Kunden.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht:
„Wie viele Menschen waren auf meiner Webseite?“
Sondern:
„Wie viele davon haben tatsächlich angefragt – und wie viele wurden zu Aufträgen?“
Das ist ein gewaltiger Unterschied.
Stellen Sie sich ein Geschäft vor
100 Menschen kommen herein.
Sie schauen.
Sie laufen durch den Laden.
Und gehen wieder.
Niemand kauft.
Würden Sie am Abend sagen:
„Fantastischer Tag. Wir hatten 100 Besucher!“
Wahrscheinlich nicht.
Sie würden eher fragen:
„Warum hat keiner gekauft?“
Bei Webseiten passiert etwas Merkwürdiges.
Dort werden Besucherzahlen oft gefeiert.
2.000 Besucher.
5.000 Seitenaufrufe.
50.000 Impressionen.
Sieht beeindruckend aus.
Aber wenn das Telefon trotzdem nicht klingelt, können Sie sich von diesen Zahlen relativ wenig kaufen.
Ihre Webseite braucht kein Ego
Eine schöne Besucherstatistik fühlt sich gut an.
Fast so wie viele Likes.
Aber Ihre Mitarbeiter möchten am Monatsende nicht in Impressionen bezahlt werden.
Auch Ihr Steuerberater nimmt vermutlich keine Klicks.
Und Ihr Maschinenlieferant wird bei:
„Wir hatten aber 3.800 Seitenaufrufe!“
wahrscheinlich nur mäßig beeindruckt sein.
Eine Webseite braucht deshalb Ergebnisse.
Der Weg sieht ungefähr so aus:
Google-Sichtbarkeit
↓
Besucher
↓
Interesse
↓
Vertrauen
↓
Anfrage
↓
Angebot
↓
Auftrag
↓
Umsatz
Und genau dort beginnt vernünftiges Webseiten-Marketing.
Nicht beim Klick.
Sondern bei der Frage:
Was kam hinten heraus?
Kennzahl 1: Wie viele Besucher kommen überhaupt?
Beginnen wir ganz vorne.
Wie viele Menschen besuchen Ihre Webseite im Monat?
50?
200?
800?
2.000?
Keine Ahnung?
Dann sind Sie nicht allein.
Erstaunlich viele Unternehmer können ziemlich genau sagen, was ein bestimmter Bohrer kostet.
Aber nicht, wie viele potenzielle Kunden letzten Monat auf ihrer Webseite waren.
Dabei ist diese Zahl wichtig.
Denn stellen Sie sich vor:
Ihre Webseite bekommt nur 50 Besucher im Monat.
Davon fragt einer an.
Dann liegt Ihr größtes Problem vielleicht gar nicht bei der Webseite selbst.
Vielleicht sieht sie einfach kaum jemand.
Anderes Beispiel:
2.000 Besucher.
Zwei Anfragen.
Jetzt sieht die Sache völlig anders aus.
Die Menschen kommen.
Aber irgendetwas hält sie davon ab, Kontakt aufzunehmen.
Zwei völlig verschiedene Probleme.
Zwei völlig verschiedene Lösungen.
Eine Zahl allein sagt fast nichts
500 Besucher.
Ist das gut?
Keine Ahnung.
500 Besucher können hervorragend sein.
Oder ziemlich schlecht.
Es kommt darauf an, wer diese Besucher sind und was sie machen.
Ein Beispiel.
Handwerker A:
500 Besucher.
20 Anfragen.
Handwerker B:
5.000 Besucher.
10 Anfragen.
Wer hat die erfolgreichere Webseite?
Sehr wahrscheinlich Handwerker A.
Deshalb sollten Sie sich nie von großen Zahlen beeindrucken lassen, ohne zu wissen, was dahintersteckt.
Kennzahl 2: Woher kommen die Besucher?
Jetzt wird es interessanter.
Woher kommen Ihre Webseitenbesucher?
Über Google?
Google Maps?
Facebook?
Instagram?
Google Ads?
Andere Webseiten?
Empfehlungen?
Oder weil jemand Ihren Firmennamen direkt eingegeben hat?
Das sollten Sie wissen.
Denn sonst könnten Sie jeden Monat Geld für Werbung ausgeben, die kaum etwas bringt.
Während eine andere Quelle kostenlos neue Kunden liefert.
Und niemand bemerkt es.
Stellen Sie sich fünf Wasserhähne vor
Aus jedem fließt Wasser in denselben Eimer.
Google.
Werbung.
Social Media.
Empfehlungen.
Google Maps.
Am Monatsende ist der Eimer halb voll.
Schön.
Aber welcher Wasserhahn hat ihn gefüllt?
Wenn Sie das nicht wissen, drehen Sie vielleicht genau den falschen Hahn zu.
So ungefähr funktioniert Marketing ohne Messung.
Kennzahl 3: Welche Suchbegriffe bringen Besucher?
Jetzt kommt eine Zahl, die für SEO besonders spannend ist.
Wonach haben die Menschen bei Google gesucht?
Beispiel Malerbetrieb.
Suchbegriff A:
„Farbe aus Kleidung entfernen“
Viele Besucher möglich.
Aber vermutlich wenige Maleraufträge.
Suchbegriff B:
„Malerbetrieb Offenburg“
Weniger Besucher.
Aber deutlich mehr Kaufabsicht.
Oder:
„Fassade streichen lassen Ortenau“
Das ist ein Mensch, der möglicherweise gerade einen Auftrag vergeben möchte.
Genau solche Unterschiede sind entscheidend.
Denn:
Nicht jeder Google-Besucher ist gleich viel wert.
Viel Traffic kann komplett wertlos sein
Stellen Sie sich vor, Sie schreiben einen sensationellen Artikel:
„Die 50 schönsten Wandfarben für Kinderzimmer.“
20.000 Besucher.
Super.
Leider kommen 19.500 davon aus ganz Deutschland.
Sie arbeiten aber nur rund um Freiburg.
Dann haben Sie ein schönes Magazin.
Aber nicht automatisch neue Kunden.
Ein anderer Artikel bringt vielleicht nur 100 Besucher:
„Maler für Fassadensanierung in Freiburg“
Und daraus kommen drei Anfragen.
Welcher Artikel ist für den Betrieb wertvoller?
Eben.
Kennzahl 4: Welche Seiten werden am häufigsten besucht?
Jetzt sollten Sie einmal schauen:
Welche Inhalte funktionieren?
Startseite?
Leistungsseite?
Ratgeber?
Referenzen?
Vielleicht überrascht Sie das Ergebnis.
Möglicherweise liest fast niemand die Seite:
„Unsere Firmenphilosophie“.
Dafür explodiert der Artikel:
„Was kostet eine komplette Badsanierung?“
Dann wissen Sie etwas.
Ihre Kunden interessieren sich offenbar stärker für ihre Fragen als für Ihre Firmenphilosophie.
Keine große Überraschung.
Aber trotzdem wertvoll.
Folgen Sie dem Interesse Ihrer Kunden
Wenn ein Ratgeberartikel besonders viele Besucher bekommt, stellen Sie sich drei Fragen:
Warum interessiert dieses Thema?
Welche weitere Frage hat dieser Besucher danach?
Welche Leistung kann ich sinnvoll damit verbinden?
So entstehen neue Artikel.
Neue interne Links.
Und möglicherweise neue Kunden.
Ihre Webseitenstatistik kann Ihnen damit sogar sagen, worüber Sie als Nächstes schreiben sollten.
Kennzahl 5: Bleiben Besucher überhaupt?
Jetzt landet jemand auf Ihrer Webseite.
Drei Sekunden.
Weg.
Der nächste:
Fünf Sekunden.
Weg.
Der nächste:
Zwei Minuten.
Liest.
Klickt weiter.
Schaut Referenzen an.
Besucht Kontakt.
Das sind völlig unterschiedliche Besucher.
Deshalb ist interessant:
Bleiben Menschen auf Ihrer Seite?
Wenn viele sofort verschwinden, stimmt möglicherweise etwas nicht.
Vielleicht lädt die Seite langsam.
Vielleicht ist die Überschrift unklar.
Vielleicht sieht sie auf dem Smartphone katastrophal aus.
Vielleicht passt der Inhalt nicht zur Google-Suche.
Oder der Besucher denkt einfach:
„Nein. Irgendwie nicht.“
Der Besucher sagt Ihnen nicht, warum er geht
Das ist das Ärgerliche.
Kein Besucher schickt vorher eine Abschieds-E-Mail.
„Sehr geehrter Herr Müller,
ich habe Ihre Webseite verlassen, weil Ihre Schrift zu klein war, die Seite langsam geladen hat und ich keine Referenzen gefunden habe.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr verlorener Kunde“
Leider nicht.
Er ist einfach weg.
Sie müssen das Problem selbst herausfinden.
Kennzahl 6: Klicken Besucher weiter?
Das ist gerade für Ihren Ratgeber sehr interessant.
Ein Leser findet beispielsweise den Artikel:
„Warum findet mich Google nicht?“
Dort entdeckt er einen Link zu:
„Wie bekomme ich dauerhaft mehr Besucher auf meine Handwerker-Webseite?“
Er klickt.
Danach liest er:
„Wie wird aus einem Webseitenbesucher ein echter Kunde?“
Und später:
„Welche Fehler machen Handwerker-Webseiten am häufigsten?“
Jetzt verbringt dieser Mensch vielleicht 20 Minuten auf Ihrer Webseite.
Was passiert dabei?
Er lernt Sie kennen.
Er erkennt Ihre Denkweise.
Er bekommt Antworten.
Und vor allem:
Vertrauen entsteht.
Genau deshalb ist gute interne Verlinkung so wertvoll.
Sie führt den Leser von einer Frage zur nächsten.
Ihre Ratgeberartikel sollten wie eine gute Serie funktionieren
Kennen Sie das?
Eine Folge endet.
Eigentlich wollten Sie ins Bett.
Dann kommt:
„In der nächsten Folge...“
Und 40 Minuten später sitzen Sie immer noch da.
Genau diesen Effekt können auch gute Ratgeber erzeugen.
Nicht durch billige Tricks.
Sondern indem jeder Artikel eine neue sinnvolle Frage öffnet.
Der Leser denkt:
„Das betrifft mich auch.“
Klick.
Nächster Artikel.
Kennzahl 7: Wie oft wird Ihre Telefonnummer angeklickt?
Jetzt wird es für Handwerker besonders interessant.
Viele Menschen schicken kein Formular.
Sie telefonieren.
Vor allem auf dem Smartphone.
Ein Klick auf die Telefonnummer.
Anruf.
Wenn Sie solche Aktionen messen, können Sie erkennen:
Wie oft bringt meine Webseite jemanden dazu, tatsächlich Kontakt aufzunehmen?
Sonst sehen Sie möglicherweise nur:
300 Besucher.
Aber nicht:
27 Menschen haben auf die Telefonnummer getippt.
Das ist ein großer Unterschied.
Kennzahl 8: Wie viele Kontaktformulare werden wirklich abgeschickt?
Nicht:
Wie viele Menschen besuchen die Kontaktseite?
Sondern:
Wie viele senden eine Anfrage ab?
Beispiel:
100 Personen besuchen die Kontaktseite.
Zwei schicken ein Formular.
Jetzt sollte man neugierig werden.
Warum nur zwei?
Ist das Formular zu lang?
Müssen Kunden ihr halbes Leben eintragen?
Name.
Straße.
Ort.
Telefon.
Handynummer.
Geburtsdatum fehlt eigentlich nur noch.
Vielleicht genügt für den ersten Kontakt:
Name.
Telefon oder E-Mail.
Nachricht.
Fertig.
Das Kontaktformular kann der Türsteher Ihrer Webseite sein
Ein guter Türsteher lässt die richtigen Menschen rein.
Ein schlechtes Formular hält sie draußen.
Das ist besonders ärgerlich.
Denn der Besucher war schon überzeugt.
Er wollte Kontakt.
Und genau auf den letzten Metern machen Sie es ihm kompliziert.
Das wäre ungefähr so, als hätte ein Kunde in Ihrem Laden bereits den Geldbeutel in der Hand und Sie sagen:
„Bevor Sie bezahlen dürfen, füllen Sie bitte diesen achtseitigen Fragebogen aus.“
Kennzahl 9: Welche anderen Kontakte entstehen?
Vielleicht nutzen Ihre Kunden:
Telefon.
E-Mail.
WhatsApp.
Rückrufservice.
Terminbuchung.
Kontaktformular.
Dann sollten Sie nicht nur einen Kanal betrachten.
Denn sonst denken Sie vielleicht:
„Unsere Webseite bringt fast nichts.“
Dabei kommen jeden Monat 20 telefonische Kontakte darüber.
Nur keiner zählt sie.
Jetzt kommt die berühmte Conversion-Rate
Das klingt verdächtig nach Marketingseminar.
Ist aber simpel.
Conversion bedeutet:
Ein Besucher macht etwas, das Sie möchten.
Zum Beispiel:
Er fragt an.
Beispiel:
1.000 Besucher.
20 Anfragen.
Dann werden 2 Prozent der Besucher zu Anfragenden.
Das ist Ihre Conversion-Rate für diese Aktion.
Und diese Zahl ist spannend.
Denn jetzt können Sie sie verbessern.
Mehr Anfragen ohne einen einzigen zusätzlichen Besucher
Nehmen wir wieder:
1.000 Besucher.
20 Anfragen.
Jetzt verbessern Sie:
Startseite.
Vertrauen.
Referenzen.
Telefonnummer.
Kontaktformular.
Texte.
Handlungsaufforderungen.
Und plötzlich entstehen 40 Anfragen.
Was haben Sie gemacht?
Mehr Werbung?
Nein.
Mehr Besucher?
Nein.
Sie haben einfach aus vorhandenen Besuchern mehr gemacht.
Das kann unglaublich wertvoll sein.
Mehr Traffic ist nicht immer die Lösung
Viele Unternehmer denken:
„Wir brauchen mehr Besucher.“
Vielleicht.
Aber wenn Ihre Webseite jeden Interessenten wieder hinauswirft, brauchen Sie zunächst etwas anderes.
Stellen Sie sich einen Eimer mit Loch vor.
Sie sagen:
„Wir brauchen mehr Wasser.“
Vielleicht sollten Sie zuerst das Loch schließen.
Erst danach lohnt sich mehr Wasser.
Kennzahl 10: Sind die Anfragen überhaupt gut?
30 Anfragen.
Klingt großartig.
Aber schauen wir genauer hin.
10 kommen aus 200 Kilometern Entfernung.
8 möchten Kleinstaufträge, die Sie nicht machen.
5 suchen eigentlich einen Arbeitsplatz.
3 möchten nur wissen, was etwas kostet.
4 passen perfekt.
Dann haben Sie nicht 30 gute Anfragen.
Sie haben vier.
Deshalb sollte eine Webseite nicht nur mehr Anfragen erzeugen.
Sondern möglichst:
die richtigen Anfragen.
Qualität schlägt Masse
Stellen Sie sich einen Betrieb für hochwertige Komplettbäder vor.
Er möchte Projekte zwischen 20.000 und 50.000 Euro.
Jetzt bringt Google ihm jeden Monat 100 Anfragen von Menschen, die ihr Bad für 3.000 Euro renovieren möchten.
Viel Arbeit.
Wenig Nutzen.
Besser wären vielleicht zehn Anfragen.
Davon fünf passend.
Das spart Zeit.
Und Nerven.
Kennzahl 11: Wie viele Anfragen werden zu Angeboten?
Jetzt beginnt der Übergang von der Webseite zum Betrieb.
20 Anfragen.
12 passen.
10 bekommen ein Angebot.
Das sollten Sie kennen.
Denn vielleicht bringt Ihre Webseite sehr gute Interessenten.
Aber irgendwo später gehen sie verloren.
Dann sollten Sie nicht die Startseite umbauen.
Sondern den Verkaufsprozess anschauen.
Kennzahl 12: Wie viele Angebote werden zu Aufträgen?
10 Angebote.
2 Aufträge.
20 Prozent Abschlussquote.
Gut?
Schlecht?
Das hängt vom Geschäft ab.
Aber entscheidend ist:
Sie kennen die Zahl.
Wenn Sie sie nicht kennen, können Sie kaum beurteilen, ob etwas besser oder schlechter wird.
Vielleicht liegt das Problem gar nicht an Ihrer Webseite
Das ist manchmal unangenehm.
Ihre Webseite liefert:
20 gute Anfragen.
Und dann passiert Folgendes:
Der Interessent ruft an.
Niemand geht ran.
Er hinterlässt eine Nachricht.
Rückruf zwei Tage später.
Dann:
„Schicken Sie mal eine E-Mail.“
Angebot drei Wochen später.
Inzwischen hat der Konkurrent längst angerufen, besichtigt und angeboten.
Dann können Sie Ihre Webseite optimieren, bis sie leuchtet.
Das Problem liegt woanders.
Eine gute Webseite ist nur ein Teil des Systems
Der gesamte Weg zählt:
Google.
Webseite.
Anfrage.
Reaktion.
Beratung.
Angebot.
Nachfassen.
Auftrag.
Wenn ein Glied schwach ist, leidet die ganze Kette.
Das ist ein wichtiger Gedanke.
Denn manchmal wird versucht, mit besserem Marketing ein Problem zu reparieren, das eigentlich im Vertrieb liegt.
Kennzahl 13: Wie viel Umsatz bringen Webseiten-Kunden?
Jetzt wird es richtig interessant.
Angenommen:
Ihre Webseite bringt im Jahr 50 qualifizierte Anfragen.
Daraus entstehen 15 Aufträge.
Durchschnittlicher Auftragswert:
8.000 Euro.
Dann sprechen wir über:
120.000 Euro Umsatz.
Plötzlich wird aus:
„Was kostet eine neue Webseite?“
eine ganz andere Frage.
Nämlich:
„Was kann mir eine funktionierende Webseite bringen?“
Ein Beispiel mit einem Dachdecker
Nehmen wir an:
600 Webseitenbesucher pro Monat.
18 Anfragen.
Davon 10 wirklich interessant.
6 Angebote.
2 Aufträge.
Durchschnittlicher Auftragswert:
18.000 Euro.
Dann entstehen aus der Webseite rechnerisch:
36.000 Euro Auftragsvolumen pro Monat.
Natürlich ist das nur ein Beispiel.
Aber genau solche Zahlen sind unternehmerisch interessant.
Nicht nur:
„Wir hatten 600 Besucher.“
Kennzahl 14: Was kostet eine Anfrage?
Nehmen wir Google Ads.
Sie investieren:
1.000 Euro.
Daraus entstehen:
20 gute Anfragen.
Dann kostet eine Anfrage:
50 Euro.
Teuer?
Kommt darauf an.
Wenn daraus fünf Aufträge über jeweils 10.000 Euro entstehen:
Wahrscheinlich ziemlich günstig.
Wenn daraus kein Auftrag entsteht:
Dann sind auch 10 Euro pro Anfrage teuer.
Kosten können Sie niemals ohne Ergebnis bewerten.
Kennzahl 15: Was ist ein Kunde wirklich wert?
Auch interessant.
Ein Kunde kauft vielleicht heute für:
5.000 Euro.
Aber später:
noch einmal 3.000 Euro.
Dann empfiehlt er Sie seinem Nachbarn.
Noch einmal 8.000 Euro.
Plötzlich war dieser Kunde deutlich mehr wert als der erste Auftrag.
Deshalb kann eine gute Neukundengewinnung langfristig enorme Auswirkungen haben.
Sie brauchen keine 100 Kennzahlen
Jetzt bitte nicht erschrecken.
Sie müssen keine Marketingabteilung einstellen.
Für den Anfang reichen vielleicht sieben Zahlen:
Besucher
Google-Besucher
Anfragen
qualifizierte Anfragen
Angebote
Aufträge
Umsatz daraus
Wenn Sie diese Zahlen regelmäßig kennen, wissen Sie bereits erstaunlich viel.
Bauen Sie einen einfachen Trichter
Zum Beispiel:
1.000 Besucher
↓
50 Kontaktaktionen
↓
25 gute Anfragen
↓
15 Angebote
↓
6 Aufträge
Jetzt sehen Sie:
Wo verlieren wir die meisten Menschen?
Genau dort sollten Sie zuerst hinschauen.
Beispiel 1: Wenig Besucher – gute Anfragequote
100 Besucher.
5 Anfragen.
Gar nicht schlecht.
Die Webseite scheint zu funktionieren.
Das Problem ist eher:
Zu wenig Besucher.
Dann brauchen Sie möglicherweise:
mehr SEO.
mehr Google-Sichtbarkeit.
mehr Ratgeber.
mehr regionale Seiten.
mehr Reichweite.
Beispiel 2: Viele Besucher – keine Anfragen
2.000 Besucher.
4 Anfragen.
Autsch.
Jetzt ist nicht zwingend Google das Problem.
Vielleicht kommen die falschen Menschen.
Vielleicht fehlt Vertrauen.
Vielleicht ist Ihre Webseite unklar.
Vielleicht funktioniert sie auf dem Handy schlecht.
Vielleicht ist das Formular eine Katastrophe.
Dann sollten Sie diese Probleme beheben, bevor Sie noch mehr Traffic holen.
Beispiel 3: Viele Anfragen – kaum Aufträge
1.000 Besucher.
40 Anfragen.
30 Angebote.
2 Aufträge.
Jetzt ist die Webseite möglicherweise hervorragend.
Aber irgendetwas passiert danach.
Preis?
Beratung?
Reaktionsgeschwindigkeit?
Angebot?
Nachfassen?
Auch diese Erkenntnis ist wertvoll.
So klingt gutes Webseiten-Marketing
Nicht:
„Unsere Sichtbarkeit ist um 34 Prozent gestiegen.“
Sondern:
„Unsere Webseite hat letzten Monat zwölf qualifizierte Anfragen erzeugt. Daraus entstanden drei neue Aufträge.“
Das versteht jeder Unternehmer.
Und genau darum sollte es gehen.
Welche Werkzeuge braucht man?
Sie können beispielsweise mit:
Google Search Console
und einem datenschutzgerecht eingerichteten Analysewerkzeug arbeiten.
Damit erkennen Sie:
Welche Suchbegriffe bringen Besucher?
Welche Seiten werden gefunden?
Welche Inhalte wachsen?
Was wird angeklickt?
Aber das wichtigste Messinstrument sitzt möglicherweise an Ihrem Telefon.
Stellen Sie neuen Kunden eine einzige Frage
„Wie sind Sie auf uns aufmerksam geworden?“
Google?
Empfehlung?
Google Maps?
Webseite?
Zeitung?
Social Media?
Diese Frage kostet fünf Sekunden.
Und kann Ihnen langfristig unglaublich viel verraten.
Schreiben Sie es auf
Nicht im Kopf merken.
Der Kopf des Unternehmers ist ohnehin schon voll.
Mitarbeiter.
Baustellen.
Angebote.
Liefertermine.
Rechnungen.
Und irgendwo soll jetzt noch stehen:
„Herr Müller kam über Google.“
Nein.
Eine einfache Tabelle reicht.
Datum.
Kunde.
Quelle.
Leistung.
Angebot.
Auftrag.
Auftragswert.
Nach einigen Monaten wird diese Tabelle plötzlich sehr spannend.
Vielleicht erleben Sie eine Überraschung
Sie dachten:
Facebook bringt Kunden.
Die Tabelle sagt:
Fast keine.
Sie dachten:
Ratgeber liest sowieso niemand.
Die Tabelle sagt:
Mehrere große Aufträge kamen darüber.
Sie dachten:
Google Ads sind teuer.
Die Tabelle zeigt:
Der höchste Umsatz kommt genau dorther.
Plötzlich entscheiden Sie nicht mehr nach Gefühl.
Sondern nach Zahlen.
Was Sie nicht messen, können Sie schwer verbessern
Neue Startseite.
Hat sie etwas gebracht?
Neues Kontaktformular.
Mehr Anfragen?
Neue Überschrift.
Mehr Telefonklicks?
Neue Ratgeberartikel.
Mehr Google-Besucher?
Wenn Sie vorher nichts messen, wissen Sie nachher nichts.
Dann sagen Sie:
„Ich glaube, es läuft besser.“
Glauben ist gut.
Messen ist besser.
Aber bitte kein Zahlenwahn
Jetzt bitte nicht jeden Montag drei Stunden auf Diagramme starren.
Sie wollen einen Betrieb führen.
Nicht bei der NASA anfangen.
Kennzahlen sollen Ihnen Entscheidungen erleichtern.
Nicht Ihr neues Hobby werden.
Einmal pro Monat genügt für viele Betriebe bereits, um die wichtigsten Entwicklungen zu erkennen.
Der 15-Minuten-Monatscheck
Einmal im Monat.
Kaffee holen.
Computer öffnen.
15 Minuten.
Fragen:
Wie viele Besucher?
Wie viele über Google?
Welche Seiten waren besonders stark?
Welche Suchbegriffe wachsen?
Wie viele Anfragen?
Wie viele gute Anfragen?
Wie viele Angebote?
Wie viele Aufträge?
Welche Quelle hat Kunden gebracht?
Und zum Schluss nur eine Frage:
„Was verbessern wir als Nächstes?“
Fertig.
Eine hohe Besucherzahl kann
Sie sogar in falscher Sicherheit wiegen
5.000 Besucher.
Wow.
„Unsere Webseite läuft.“
Vielleicht.
Vielleicht aber auch nicht.
Wenn 4.950 Besucher nichts mit Ihrem Angebot anfangen können, haben Sie hauptsächlich Traffic produziert.
Nicht Geschäft.
Deshalb ist die größte Zahl nicht automatisch die wichtigste.
20 neue Kunden schlagen 100.000 Impressionen
Impressionen sehen in Statistiken beeindruckend aus.
Große Balken.
Schöne Kurven.
Aber stellen Sie Ihrem Unternehmerkollegen einmal zwei Fragen:
„Möchtest du 100.000 Google-Impressionen?“
Oder:
„Möchtest du 20 zusätzliche profitable Kunden?“
Ich vermute, die Entscheidung dauert nicht lange.
Ihr Ratgeber macht die Messung allerdings schwieriger
Jetzt wird es interessant.
Denn Content funktioniert nicht immer sofort.
Ein Unternehmer liest heute einen Ihrer Artikel.
Dann einen zweiten.
Dann einen dritten.
Er braucht aber momentan keine neue Webseite.
Vier Monate später liest er wieder etwas.
Sechs Monate später denkt er:
„Wir müssen unsere Webseite endlich neu machen.“
An wen erinnert er sich?
Vielleicht an die Seite, auf der er schon fünf hilfreiche Artikel gelesen hat.
Jetzt ruft er an.
Woher kam dieser Kunde?
Google?
Artikel 1?
Artikel 4?
Ihre gesamte Ratgeberseite?
Wahrscheinlich ein bisschen von allem.
Vertrauen lässt sich nicht immer perfekt messen
Das sollten Sie wissen.
Marketing ist nicht nur:
Klick.
Anfrage.
Auftrag.
Manchmal entsteht eine Kundenentscheidung über Wochen oder Monate.
Der Kunde kennt Ihren Namen.
Er liest Inhalte.
Er sieht Ihre Webseite erneut.
Irgendwann wird aus Bekanntheit Vertrauen.
Und irgendwann aus Vertrauen eine Anfrage.
Genau deshalb kann ein großer Ratgeber langfristig so wertvoll sein.
Ihre Webseite sollte jedes Jahr stärker werden
Das ist letztlich das Ziel.
Nicht nur:
mehr Seiten.
Sondern:
mehr passende Besucher.
mehr Vertrauen.
mehr Anfragen.
bessere Anfragen.
mehr Aufträge.
mehr Umsatz.
Wenn diese Entwicklung stimmt, arbeitet Ihre Webseite.
Dann ist sie keine digitale Visitenkarte mehr.
Dann wird sie Teil Ihres Vertriebs.
Machen Sie jetzt den Realitätstest
Können Sie diese Fragen beantworten?
Wie viele Besucher hatte Ihre Webseite letzten Monat?
Wie viele kamen über Google?
Welche drei Seiten werden am häufigsten besucht?
Welche Suchbegriffe bringen Besucher?
Wie viele Menschen haben Kontakt aufgenommen?
Wie viele Anfragen waren wirklich interessant?
Wie viele Angebote entstanden daraus?
Wie viele Aufträge?
Wie viel Umsatz?
Wenn Ihre Antwort achtmal lautet:
„Keine Ahnung.“
Dann haben Sie gerade eine ziemlich wichtige Erkenntnis gewonnen.
Sie wissen momentan schlicht nicht, ob Ihre Webseite Kunden bringt.
Das lässt sich ändern.
Und jetzt wird es wieder unangenehm
Angenommen, Sie messen.
Und stellen fest:
Google bringt Besucher.
Die richtigen Menschen kommen.
Sie lesen Ihre Inhalte.
Aber trotzdem verlassen viele die Webseite sehr schnell.
Warum?
Ist sie zu langsam?
Ist sie unübersichtlich?
Wirkt sie alt?
Fehlt Vertrauen?
Ist die Startseite langweilig?
Nervt etwas?
Oder machen Sie vielleicht einen Fehler, der Besucher innerhalb weniger Sekunden wieder zu Google zurückschickt?
Genau darum geht es im nächsten Ratgeber:
Warum verlassen Besucher
meine Handwerker-Webseite so schnell?
Denn bevor Sie immer mehr Menschen auf Ihre Webseite holen, sollten Sie vielleicht erst einmal herausfinden:
Warum verschwinden so viele davon wieder?